Wohlfühlen

Kinderzeit Gute Zeit legt einen besonderen Schwerpunkt darauf, dass sich die Kinder wohl fühlen und in eine  wirklich gute Beziehung zu ihren Bezugspersonen eingebettet sind. Das liegt uns zum einen einfach am Herzen. Und zum anderen sind Kinder nur dann aufnahmefähig für Neues und können etwas lernen, wenn sie sich in der aktuellen Situation sicher und geborgen fühlen.


Beziehungsaufbau in der Kinderkrippe

Ihr Kind kommt zunächst mit Ihnen oder einer anderen sehr vertrauten Person jeden Tag zu seiner künftigen Erzieherin oder seinem Erzieher. Sie drei lernen sich auf diese Weise gut kennen. Ihr Kind baut Vertrauen in seine neue Bezugperson auf – und Sie auch. Nach ein paar Tagen gehen Sie zum ersten Mal für eine Weile aus dem Raum, mit der Zeit immer länger, und allmählich wird Ihr Kind in seine Gruppe integriert. Viele Eltern bestätigen uns, wie wertvoll sie und ihr Kind diese sehr behutsame Eingewöhnung erlebt haben und wie sinnvoll es war, dafür nicht an Zeit zu sparen.


Beziehungspflege

Auch einmal geknüpfte Beziehungen bedürfen der Pflege. Da dies am intensivsten in einer Eins-zu-eins-Situation mit Ihrem Kind gelingt, nutzen wir dafür gezielt Momente „persönlicher Begegnung“.

Bei den Kindern unter drei Jahren finden diese „persönlichen Begegnungen“ während des Essens und des Wickelns statt. „Säuglingspflege ist Erziehung.“ Diesen Leitsatz haben wir von Emmi Pikler übernommen. Denn „die Mehrzahl seiner sozialen Erfahrungen macht ein Säugling, während er gefüttert, gebadet, gewickelt oder an- und ausgezogen wird." Der Qualität des Kontaktes mit dem Kind widmen wir daher unsere Hauptaufmerksamkeit. Emmi Pikler nennt das „beziehungsvolle Pflege“.

Während des Wickelns lassen wir uns ganz auf das Kind auf dem Wickeltisch ein. Es erfährt: Ich stehe im Mittelpunkt und kann das ganz „exklusiv“ genießen. Alle Pflegehandlungen sind von einer liebe- und respektvollen Haltung getragen, sie werden "tastend, empfindsam, behutsam und feinfühlig" ausgeführt. Dadurch entspannt sich das Kind, fühlt sich aufgehoben und angenommen. Die Bezugsperson spricht dabei mit Ihrem Kind. Sie erklärt, was sie tut, sie kündigt all ihre Handlungen an und wartet, bis Ihr Kind eine „Antwort“ gibt. Diese beziehungsvolle Pflege befriedigt die körperlichen wie auch die seelischen Bedürfnisse eines Kindes gleichermaßen.

Auch beim Füttern sprechen wir mit Ihrem Kind. Wir drängen es nicht, sondern achten auf seine Signale. Mit zunehmendem Alter essen die Kinder natürlich selbständiger; doch immer schaffen wir Situationen, die dem Bedürfnis der Kinder nach körperlicher Befriedigung, nach Ansprache, intensivem Austausch und Gespräch gerecht werden.

Die behutsamen, wartenden Hände der Bezugsperson und ihre ankündigenden, begleitenden Worte vertiefen das Vertrauensband zwischen ihr und Ihrem Kind. Ihr Kind erlebt, wie schön es ist, dass sein Körper gepflegt wird, dass es selbst wichtig ist und mithelfen und bestimmen darf, was mit ihm und seinem Körper geschieht. Dass Ihr Kind dieses Selbstwertgefühl aufbaut, erachten wir als unschätzbar wichtig. Die stets begleitenden Worte der Bezugsperson geben zudem der Sprachentwicklung Ihres Kindes wichtige Impulse.